Boho Style
Boho — kurz für Bohemian. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Paris des 19. Jahrhunderts und bezeichnete Künstler, Schriftsteller und freie Geister, die bewusst außerhalb der bürgerlichen Ordnung lebten. Wichtiger als Besitz oder Konvention war ihnen die eigene Kreativität, die Freiheit, das Leben nach eigenen Maßstäben zu gestalten. Aus dieser Haltung heraus entwickelte sich später eine ganze Lebensphilosophie: Individualität vor Anpassung, Ausdruck vor Zurückhaltung, das eigene Gefühl als Kompass statt vorgegebener Regeln.
Diese Haltung steckt bis heute im Boho Style. Er ist im Grunde die sichtbare, tragbare Form dieses Lebensgefühls: weite, fließende Stoffe, die sich beim Gehen bewegen. Satte, warme Farben. Viele kleine Details, die im Zusammenspiel ihren eigenen Charakter entfalten: ein Ring neben dem anderen, eine Tasche mit Fransen, ein Hut.
Für mich ist das keine reine Stilfrage. Es ist ein Lebensgefühl, das ich mir gerade zurückhole: bunt statt zurückhaltend, lebendig statt angepasst, mit der Leichtigkeit, Dinge zu tragen, weil sie mir gefallen, und nicht, weil sie gerade als richtig gelten.
Meine große Inspiration dafür ist seit Jahren eine niederländische Bloggerin, die unter dem Namen Ibiza Boho Girl unterwegs ist. Wenn ich mir ihre Bilder anschaue, sehe ich die Farbwelt, die für mich diesen Stil ausmacht: Goldbraun und tiefes Orange, Terrakotta und Cognac, Ziegelrot, Rost, Zimt, Camel — Farben, wie sie ein mediterraner Sommer selbst mischen würde. Dazwischen, ganz bewusst, ein Hauch Türkis als kühler Gegenpol, klar wie Meerwasser neben all der Wärme.
Reine Neutraltöne kommen in dieser Farbwelt nicht vor. Sie würden das Ganze nur blass wirken lassen. Stattdessen immer eine warme Basis, dazu ein lebendiger Akzent.
Wie sich das im Kleiderschrank zeigt
Die Schnitte folgen dieser Freiheit ganz direkt: fließend, locker, mit viel Bewegung im Stoff. Helle Jeans als Basis, bestickte Blusen mit weiten, schwingenden Ärmeln, dazwischen immer wieder Häkeloptik als eigenständiges Element — ein Cardigan, ein Poncho, eine Mütze, handgemacht wirkend, auch wenn sie es vielleicht nicht sind.
Die eigentliche Persönlichkeit des Looks entsteht aber oft erst in den Details. Ein breitkrempiger Filzhut, mal in Braun, mal in Weinrot oder Rostorange. Eine übergroße Sonnenbrille. Eine Tasche mit langen Fransen, die bei jedem Schritt mitschwingen. Beim Schmuck darf es ruhig viel sein: mehrere Ringe gleichzeitig, überwiegend in Silber, gerne kombiniert mit Türkis. Die Nägel in einem klaren Türkis oder einem hellen Nude.
Sonnengeküsst — Haare, Haut und Make-up
Auch bei den Haaren zeigt sich dieses Gefühl von Sonne und Meer. Eine Farbe wie von der Sonne geküsst, mit Strähnen, die dort heller sind, wo die Sonne am meisten hinkam — Tiefe und Bewegung in der Farbe selbst, egal ob blond oder braun. Struktur wie nach einem Tag am Meer: offen getragen, mit der eigenen Welle statt dagegen.
Diesen Effekt erreiche ich am liebsten mit Pflanzenhaarfarbe — mehr dazu erzähle ich in Mein Geheimnis mit Pflanzenhaarfarbe. Und egal, ob deine Haarfarbe eher blond oder braun ist: Wie du sie zwischendurch selbst pflegen kannst, liest du in Natürlich blond und Natürlich braun. Wenn du dir dazu eine persönliche Begleitung wünschst: Den Link zur Terminbuchung findest du hier.
Auch beim Make-up zeigt sich diese Leichtigkeit. Wenig Puder, dafür Texturen, die auf der Haut verschmelzen statt aufzuliegen. Ein Gesichtsöl als Basis, das der Haut einen warmen, natürlichen Schimmer gibt. Beim Eyeliner Braun statt Schwarz, weicher im Ausdruck. Und auf den Lippen ein natürlicher, pfirsichfarbener Ton, der aussieht, als wäre er gar keiner.
Mein Weg zum Boho Style
Früher hatte Yvon ihre eigene Website, auf der sie auch geteilt hat, welche Marken und Labels sie selbst trägt. Ich habe mir das damals ausführlich angeschaut, bin aber immer wieder daran gescheitert, dass die Sachen entweder gar nicht nach Deutschland geliefert wurden oder mit Versandkosten und Zollgebühren am Ende ein Preis herauskam, der für mich nicht mehr infrage kam.
Meine erste Bestellung für diesen Style habe ich bei Bonprix gemacht. Die Teile treffen den Style optisch richtig gut, und ich bin gespannt, wie sie in echt wirken — die Schnitte, die Farben, die Qualität. Bonprix ist kein Naturmode-Label, aber ein Anbieter mit guten Ansätzen in diese Richtung: Bio-Baumwolle, recycelte Fasern, der Verzicht auf Pelz und Mohair, dazu anerkannte Zertifikate wie GOTS und OEKO-TEX. Für den Anfang ist das für mich ein schöner Weg, auch wenn ich mich auf keine einzige Marke festlegen und weiter die Augen offenhalten möchte.
Eine dieser anderen Quellen ist Vinted, wo sich auch gebrauchte Teile in verschiedenen Qualitäten finden lassen. Am liebsten wähle ich „neu, mit Etikett“ oder „neu, ohne Etikett“, und wenn es doch ein gebrauchtes Stück sein soll, dann eins in der Qualität „sehr gut“.
Boho Style muss dabei kein Wunschtraum bleiben, für den man erst lange sparen muss. Er lässt sich Stück für Stück zusammentragen, ohne dass man sich dafür einschränken müsste.
Für mich selbst habe ich dazu ein Pinterest-Board angelegt: Bilder von Ibiza Boho Girl, die mich inspirieren, und direkt daneben passende Fundstücke, die ich entdeckt habe — aktuell vor allem von Bonprix, aber offen für alles, was den Stil trifft. Eine Mischung aus Inspiration und Einkaufsliste, die stetig weiterwächst.
Wenn dir dieser Style gefällt, schau gerne auf meinem Pinterest-Board Boho Style vorbei — den Link dazu findest du hier. Dort führt dich ein Klick auf die Kleidungsstücke direkt in den Shop, falls du das eine oder andere Teil auch für dich entdecken möchtest.
Foto von Eliott Van Buggenhout auf Unsplash